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Markt Postbauer-Heng

Familienstützpunkt - Offener Treff für Familien geplant

 
Foto: Mitteoilungsblatt Markt Postbauer-Heng, August 2018. Bildrechte: Claudia Kestler. Cindy Kobilke-Rösch (links) fand in Doris Utz eine Ansprechpartnerin und Schnittstelle zwischen allen Angeboten für Familien in Postbauer-Heng. Utz berät im Familienstützpunkt Mütter und Väter rund um das Familienleben. Bürgermeister Horst Kratzer setzte sich für das Angebot in Postbauer-Heng ein, das es inzwischen seit über einem Jahr gibt.

Offener Treff für Familien geplant - Angebot wird ständig erweitert und angepasst

Als Cindy Kobilke-Rösch vor einem halben Jahr mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern nach Postbauer-Heng zog, suchte sie Kontakt zu Gleichgesinnten, zu Familien mit Kindern. „Ich wollte mich mit anderen Müttern vernetzen. Außerdem habe ich nach einer Kinderbetreuung für meinen jüngsten Sohn gesucht“, sagt Kobilke-Rösch. In Doris Utz fand sie genau die richtige Ansprechpartnerin.

Doris Utz, Mitarbeiterin der Rummelsberger Diakonie, berät im Familienstützpunkt in Postbauer-Heng Eltern und Kinder bei allen Fragen rund um das Familienleben. „Zu mir kommen Mütter oder Väter bei einer Trennung, Wohnungssuche oder auch Krankheit. Alle Anliegen rund um die Familie können besprochen werden“, erzählt die systemische Familientherapeutin. Das Spektrum ihres Angebots ist breit. Es richtet sich nicht ausschließlich an Familien, die ein Problem haben, sondern an alle Familien in Postbauer-Heng.

„Mit Doris Utz habe ich eine Schnittstelle zwischen allen Angeboten gefunden. Das war eine super Hilfestellung“, sagt Cindy Kobilke-Rösch. Die beiden Frauen sprachen über die Kinderbetreuung für den einjährigen Sohn der neu Zugezogenen. Utz nannte alle möglichen Ansprechpartner. Einen Betreuungsplatz fand die Mutter von zwei Kindern dadurch zwar nicht, aber: „Ich wusste, dass ich alles getan habe. Das hat mich beruhigt“, sagt Kobilke-Rösch.

Den Familienstützpunkt in Postbauer-Heng gibt es inzwischen seit über einem Jahr. Am 1. Juli 2017 nahm Doris Utz ihre Arbeit offiziell auf. In den ersten Monaten stellte sie sich in verschiedenen Einrichtungen, z.B. in der Schule, in den Kindergärten und beim Kinderarzt, vor und überlegte, wie der Familienstützpunkt ausgestaltet werden soll. Am 1. Oktober ging es dann richtig los und die Familientherapeutin beriet die ersten Familien. „Ich hatte seither circa 50 Beratungen“, sagt Utz. Sie selbst schreibt sich eine Lotsenfunktion zu. Sie bespricht mit den Müttern und Vätern das jeweilige Anliegen. „Ich versuche die Leute aus ihrer Problemtrance herauszubringen und ihnen Lösungsmöglichkeiten mitzugeben“, sagt sie. Wenn Utz sieht, dass weitere Hilfe nötig ist, vermittelt sie die Familien an geeignete Stellen, zum Beispiel Erziehungsberatungsstellen.

Finanziert wird der Familienstützpunkt durch die Gemeinde Postbauer-Heng sowie das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Träger ist die Rummelsberger Diakonie. Neben dem Familienstützpunkt in Postbauer-Heng gibt es im Landkreis Neumarkt einen weiteren in Parsberg, ebenfalls unter der Trägerschaft der Rummelsberger Diakonie.

Horst Kratzer, Bürgermeister von Postbauer-Heng, musste im Gemeinderat zunächst Überzeugungsarbeit leisten. „Brauchen wir so ein Angebot?“ wurde gefragt. Kratzer machte sich dafür stark. Postbauer-Heng sei bei Familien beliebt, es gebe einen starken Zuzug. „Wir müssen Strukturen schaffen, dass sich die Leute hier wohl fühlen“, sagt der Bürgermeister. Neben einem durchgängigen Betreuungs- und Schulangebot gehören für Kratzer auch Angebote wie Streetworker oder der Familienstützpunkt dazu, der auch der Prävention dient. „Wenn jemand ein Anliegen hat, kann er zu mir kommen“, sagt Utz. „In einem Abklärungsgespräch wird das Anliegen besprochen. Dann mache ich Vorschläge, wie es weitergehen könnte. In manchen Fällen reicht auch nur ein Gespräch bei einer Tasse Kaffee.“

Das Angebot des Familienstützpunktes wird laufend erweitert und an die Bedürfnisse in der Gemeinde angepasst. „Ich denke, wir brauchen zwei bis drei Jahre, bis wir sehen, wo die Reise hingeht“, sagt Utz. Bürgermeister Kratzer unterstützt sie dabei. „Es ist ein Prozess, der wachsen kann“, sagt er.

Ab Herbst will Utz Workshops für junge Familien anbieten. „Familie in Balance“ heißt das neue Angebot, für das die Mitarbeiterin der Rummelsberger Diakonie eine extra Ausbildung machte. Sie will Paaren helfen, den Übergang von der Partnerschaft zum Eltern-Sein zu meistern. Es kann um Themen wie die Rollenverteilung in der Familie, Finanzen, Berufe, Hobbys, die Paarbeziehung oder den Erziehungsstil gehen. Die Familientherapeutin zeigt aber auch das System auf, das hinter der Familie steckt. Gerade bei Patchworkfamilien könne das sehr komplex sein.

Ein weiteres Angebot das im Herbst starten soll, ist ein offener Treff. In Gesprächen verspürte Utz immer wieder den Wunsch nach einem Treffpunkt für Familien. Dem will sie an einem oder zwei Nachmittagen im Monat nachkommen. Für Cindy Kobilke-Rösch genau das, was sie suchte. Ihre Kinder können spielen, während sie gemütlich einen Kaffee trinkt und sich mit anderen Müttern oder Vätern austauscht.

Einen genauen Zeitpunkt, wann die beiden neuen Angebote starten, kann Utz noch nicht nennen. Die Räume des Familienstützpunktes im Untergeschoss des Rathauses sind vor einigen Wochen vom Hochwasser beschädigt worden. Die Trocknungs- und Aufräumarbeiten werden sich voraussichtlich bis mindestens Mitte September hinziehen. Das Beratungsangebot für Familien geht aber wie gewohnt weiter. Utz kann zwischenzeitlich den kleinen Sitzungssaal im Rathaus nutzen – und wenn die Familien es wünschen, kommt die Familientherapeutin auch zu ihnen nach Hause.

Info: Doris Utz ist erreichbar unter Telefon 0151 29230966 oder per E-Mail an utz.doris@rummelsberger.net. Das Beratungsangebot ist kostenlos.

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